Der Korken war nie fest auf der Flasche!
Neulich bin ich beim Stöbern wieder über die bezaubernde Jeannie gestolpert. Diese Serie habe ich als junge Frau geliebt.
Und da stand es bei Wikipedia, ganz nüchtern:
Ein 2000 Jahre alter Dschinni, der in einer Flasche wohnt und wartet. Wartet, bis endlich jemand den Korken zieht. Erst dann darf gezaubert werden. Erst dann, wenn ein Master kommt und sagt, wo es langgeht.
Ich habe das gelesen und musste schmunzeln. Weil ich dieses Bild kenne. Nicht aus dem Fernsehen, sondern aus echten Gesprächen. Hunderte Male.
Da sitzt eine Frau. Klug, warmherzig, oft erstaunlich stark in allem, was ihr Leben sonst so von ihr verlangt. Und in der Liebe wartet sie.
♥ Wartet, dass er sich endlich ändert…
♥ Wartet, dass er den ersten Schritt macht und sie wieder so ansieht wie am Anfang.
♥ Sie wartet auf den Moment, in dem alles gut wird, weil er endlich kommt und den Korken zieht.
Und während sie wartet, passiert etwas ganz Komisches:

Diese ganze Kraft, dieser Witz, diese Lebendigkeit, all das bleibt in der Flasche und wartet auf ein Stichwort von außen.
♣ Auf seine Laune.
♣ Auf seinen guten Tag.
♣ Auf ein bisschen Aufmerksamkeit, die sich anfühlt wie ein Wunsch, der endlich erfüllt wird.
Jetzt kommt der Punkt, an dem es bei mir im Bauch zieht, wenn ich es ausspreche. Der Korken war nie fest oben auf der Flasche!
Es gab nie einen Master, der die echte Macht hatte. Es gab nur eine Frau, die irgendwann gelernt hat, dass ihr Zauber erst zählt, wenn jemand anderes ihn abruft. Dass sie sich klein machen muss, damit der andere sich groß fühlt. Dass Liebe etwas ist, das man sich verdient, wenn man nur lange genug brav in der Flasche sitzt.
„Immer ich, die kämpft in der Beziehung.“ Diesen Satz höre ich so oft, dass ich ihn fast mitsprechen kann. Und meine Antwort darauf ist jedes Mal dieselbe.
Liebe und Kampf gehören nicht zusammen.
Das sind zwei Kräfte, die in entgegengesetzte Richtungen ziehen. Wo wirklich Liebe ist, musst Du nicht ringen und Dich nicht ständig beweisen.
Was Du in so einer Beziehung erlebst, ist etwas anderes. Du hast einen ganz anderen Blick auf Eure Partnerschaft als er. Du siehst, was zwischen Euch möglich wäre, Du spürst die Tiefe, die gerade fehlt, und Du arbeitest mit allem, was Du hast, daran, sie herzustellen. Und er sitzt zufrieden daneben und findet alles in bester Ordnung, so wie es ist. Du kämpfst also gar nicht gegen ihn. Du kämpfst gegen den Abstand zwischen Deinem Blick und seiner Bequemlichkeit. Und an diesem Abstand kann man sich aufreiben, bis nichts mehr übrig ist.
Um Liebe brauchst Du nicht kämpfen. Die kommt von alleine und ganz freiwillig!
Müde vom Kämpfen in der Liebe heißt im Grunde genau das:
♦ Müde vom Warten in der Flasche.
♦ Müde davon, die eigene Magie an der Garderobe abzugeben, sobald ein Mann den Raum betritt.
Darüber schreibe ich gerade ein ganzes Buch, weil so viele Frauen diesen Punkt erreichen und denken, mit ihnen stimmt etwas nicht. Mit ihnen stimmt alles. Sie haben nur jahrelang am falschen Ort nach dem Schlüssel gesucht.
Die gute Nachricht steckt schon im Bild. Du bist nicht die, die rausgelassen werden muss. Du bist die, die jederzeit selbst aus der Flasche steigen kann.
Die Magie wartet nicht draußen auf jemanden, der sie verdient hat. Sie sitzt längst in Dir und braucht nur jemanden, der ihr beim Staubwischen hilft.
Genau dafür bin ich da. In den Gesprächen mit mir schauen wir uns gemeinsam an, wo Du gerade festsitzt und wo Dein Korken in Wahrheit offen ist. Manchmal reicht ein SOS Call, damit die Gedanken wieder in Spur laufen und Dein Herz sich erleichtert.
Und wenn Du schon mitten in einer Trennung steckst und nicht mehr weißt, wo oben und unten ist, begleite ich Dich auch da Schritt für Schritt durch und nenne es Trennungsbegleitung.
Du findest beides hier: Gespräche mit mir und die Trennungsbegleitung.
Bleibe neugierig… auf das Leben und auf Dich!
Deine Anja Schönborn 🌹
